Horst Winter

(* 24. September 1914 – † 3. Dezember 2001)

Horst Winter

Horst Winter

Horst Winter wurde am 24. September 1914 min Beuthen/Oberschlesien geboren. Im Alter von sieben Jahren übersiedelte seine Familie nach Berlin, wo er seinen ersten Musikunterricht erhielt und auch später Musik studierte. Bereits mit 16 versorgte er mit seinem Talent die Familie, als er sein erstes Tanzorchester leitete. Da er sich vorwiegend den aus Amerika kommenden Swing als Vorbild nahm, wurde er in Berlin und Hamburg „Deutschlands jüngster Jazzkönig“ genannt.

Während des zweiten Weltkrieges gab es für Horst Winter nicht viel Zeit und Möglichkeiten für seine Auftritte. Trotzdem nutzte er die kurze Zeit während Urlauben und Wehrmachtstourneen, um sich musikalisch weiterzuentwickeln. Außerdem nahm er in dieser Zeit seine ersten Schallplatten auf – und zwar nicht als Instrumentalist sondern als Sänger. Mit dem Titel „Ich liebe die Sonne, den Mond und die Sterne“ startete er seine Plattenkarriere.

Nach seiner Kriegsgefangenschaft wählte Horst Winter Österreich als seine neue Heimat. Bereits im Dezember 1945 trat er im Wiener Konzerthaus auf und im Jahr darauf gründete er das „Wiener Tanzorchester“. Er hatte mit diesem Orchester zahlreiche Auftritte und präsentierte den Wienern den modernen Swing. Zu dieser Zeit entstand auch eines seiner berühmtesten Lieder, „Ein kleiner Bär mit großen Ohren“. Nach dem Wiener Tanzorchester folgte 1950 das „Horst Winter Tanzorchester“, welches an die bisherigen Erfolge anschloss. In dieser Zeit war das Stammhaus des Orchesters das Café im Volksgarten, wenn es nicht gerade auf Tournee in Deutschland oder der Schweiz unterwegs war. Neben zahlreichen Plattenaufnahmen wirkte Horst Winter in den 50er Jahren auch in einigen Revuefilmen mit. Auch kam es in diesen Jahren zur Zusammenarbeit mit den jungen österreichischen Jazzern wie Hans Koller oder Joe Zawinul.

Zu Beginn der 60er verlegte sich Horst Winter immer mehr auf Auftritte als Solist. 1961 vertrat er seine Wahlheimat mit dem Lied „Vogerl aus Wien“ beim internationalen Chansonfestival von Monte Carlo und errang den ersten Platz. Zahlreiche Tourneen, Auftritte bei den Operettenfestspielen in Bad Ischl und viele Fernsehshows waren zu dieser Zeit seine Hauptbetätigungsfelder. Und 1973 sprang er sogar bei einem Wohltätigkeitskonzert im Palm Springs für Frank Sinatra ein.
Nach dem Tod von Julius Hermann übernahm Wilhelm Breitenfeld die Gesamtleitung der Original Hoch- und Deutschmeister und konnte Prof. Horst Winter wenige Monate später als Kapellmeister gewinnen. Obwohl er aus einer anderen musikalischen Richtung kam, fand er schnell Zugang zu dieser Art von Musik. Er knüpfte sehr schnell an die musikalischen Erfolge seines legendären Vorgängers an. So wurden unter seiner Leitung die Hoch- und Deutschmeister für eine Show zum 100. Geburtstag von Robert Stolz verpflichtet, die in Wien 58-mal gespielt wurde und danach in Berlin ebenfalls ein Monat lang zu sehen war.

Auch die Papstbesuche 1983 und 1988 in Wien boten dem Orchester Gelegenheit, sich vor den Augen der Welt zu präsentieren. Neben diesen Höhepunkten absolvierten die Deutschmeister laufend Tourneen nach Deutschland oder in die Schweiz und waren Gäste in vielen Fernsehshows wie zum Beispiel der „Peter Alexander Show“ und dem „Musikantenstadl“. So wurde der „Rucksack-Berliner“ – eine Bezeichnung für die nach den Kriegswirren zugezogenen Schlesier – zu einem echten Wiener. Sogar der legendäre Wienerlieder Sänger „Schmied Hansl“ attestierte ihm, „dass er Wiener Lieder besonders gut interpretierte“.

In seine Ära fielen auch zahlreiche Jubiläen, wie zum Beispiel „100 Jahre Uraufführung des Hoch- und Deutschmeister Regimentsmarsch“ am 19. März 1993 und der 250. Geburtstag der Musikkapelle der Hoch- und Deutschmeister 1991.

1998 übergab Horst Winter die Orchesterleitung aus gesundheitlichen Gründen an Ottokar Drapal. Er blieb aber auch in seinen letzten Jahren der Musik treu und verstarb am 3. Dezember 2001 in Wien.

Horst Winter wurde bereits 1976 der Titel „Professor“ verliehen und mit dem „Goldenen Ehrenzeichen“ ausgezeichnet. 1994 erhielt er den „Goldenen Rathausmann“ der Stadt Wien. Heute erinnern – neben den zahlreichen Tonträgern mit seinen Interpretationen – ein Gedenkstein an der Ecke Grinzingerstraße / Heiligenstädterstraße sowie die „Horst Winter-Promenade“ in Wien-Floridsdorf.